Tollkirschen
Waren gestern im Wald auf der Suche nach Pilzen und Brombeeren.
Um der Frage zuvorzukommen, nein nach keinen Rauschpilzen sondern Speisepilzen :)
Die Brombeeren waren verdammt rar obwohl der halbe Wald mit Brombeerbüschen bedeckt war.

Wir vagten uns dennoch in sengender Hitze in den Wald und fanden auch wieder eher ein seltenes Gewächs vor, die Tollkirsche.
Die wuchs mit einer erstaunlichen Pracht, glänzte im Sonnenschein und lud förmlich ein davon zu naschen.
Ja, die Tollkirsche ist ein starkes Rauschmittel. Der Genuß von 12-15 Beeren bei einem Erwachsenen und 3-5 bei einem kleinen Kind ist tödlich. Also vorsicht.
Aber die Pflanze selbst ist einfach nur schön. Die Tollkirsch Beeren glänzen prächtig im Sonnenschein. Es ist kein Wunder, daß sich die Leute dran vergiften, wenn die Tollkirschen Naschsüchtige auf den Plan ziehen.
Vor allem für Kinder wirkt diese harmlos aussehende Pflanze natürlich sehr verführerisch, zumal der Geschmack einfach himmlisch süß sein soll. Wohlgeschmack einer Tollkirsche eben.
Die Tollkirsche hat einen wissenschaftlichen Namen, der lautet Atropa Belladonna. Belladonna kommt aus dem italienischen die der Tollkirsche diesen Namen gab.
Der Hintergrund der Atropa Belladonna ist weitaus gefährlicher. So haben sich feine, italienische Damen einen Extrakt aus der Tollkirsche in die Augen getropft, damit die Augen größer wirkten. Folge der regelmäßigen Anwendung konnte sogar Blindheit sein. Aber was tut man nciht alles für die Schönheit.
Neben der schwarzglänzenden Tollkirsche gibt es noch 3 weitere Arten von Tollkirschen, diese habe ich persönlich aber selbst noch nicht gesehen.
Folgende Arten gibt es noch: Atropa Caucasica, Atropa Acuminata, Atropa Komarovii
Vor allem die vorgestellte Atropa Belladonna, die schwarzglänzende Tollkirsche ist die giftigste unter den Arten.
Die Tollkirsche gehört zu den Nachtschattengewächsen und bevorzugt feuchten und stickstoffhaltigen Boden.
Vor allem findet dich der Wirkstoff Hyoscyamin in allen Pflanzenteilen der Tollkirsche.
Bei Trocknen soll sich der Alkaloid Hyoscyamin umwandeln. In keinen anderen Stoff, aber in die rechtsdrehende Version des Hyoscyamins.
Mischt man die beiden Hyoscyamin Teile, also rechts und linksdrehendes Hyoscyamin, so entsteht Atropin.
Atropa kommt übrigens aus dem griechischen und ist abgeleitet Atropos, der Schicksalgöttin.
Hier kommt der Anwendungszweck wieder hervor. So wurde das Atropin bzw. der Bestandteil Hyoscyamin zu meditativen Zwecken verwendet.
Der Wirkstoff findet sich aber z.B. auch in der Alraune und im Stechapfel wieder.
Die Anwendung und Verwendung der psychoaktiven Pflanzen war bei den Hexen üblich.

Tatsächlich wird Atropin und die Bestandteile des Hyoscyamins auch in der modernen Froschung und Medizin verwendet.
So findet Hyoscyamin Verwendung in Parkinsonmedikamenten oder in der Antispasmenmedikation.
Hexen stellten daraus Salben her, mischten Heiltränke und nutzen die Pflanzen selbst zu meditativen und rituellen Zwecken.
Eine Anwendung der Tollkirschen oder anderer psychoaktiven Pflanzen ist für Unerfahrene abzuraten, da es eben auch in die Hose gehen kann, und zwar tödlich.
Wer sich weiter informieren möchte, dem würde ich dieses Buch empfehlen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere
von VivianDe'Lamorte